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Eine Reise in die Vergangenheit
Am Freitag den 14.Mai gingen wir mit 4 Wochen Verspätung, wegen der Wolke aus
Island, endlich auf die Reise ins Land unserer Vorväter. Für Viele von uns ging ein
Traum in Erfüllung und die Sehnsucht nach der (früheren) Heimat sollte gestillt
werden.
Voller Erwartung stiegen wir in Dortmund in den Flieger. Mit der Wizz Air ging es
Richtung Süd-Ost.
Alles ging wie geplant und als wir im Rumänischen Bukarest ankamen fühlten wir uns
gleich tausende Kilometer von zu Hause entfernt, weil es Super warm war. 27 Grad
und Urlaubsgefühl PUR!
Natürlich sind wir auf einer Entdeckungsreise! Und dies spürten wir gleich
anschließend als es mit einem Sprinter auf die weitere Reise ging. Wir waren mit
diesem kleinen 18 Sitzer aber mit 19 Personen samt komplettem Gepäck ca. 700 km
bis in die Ukraine unterwegs. Gut, dass es Notsitze gibt. Erlebnis Komplett!
Die Landschaft unterwegs, ob Rumänien, Moldawien oder Ukraine absolut sehenswert. Wir unterhielten uns
angeregt, tauschten Erlebnisse aus oder stellten gemeinsame Verwandtschaften fest. Es war nicht langweilig.
Manchmal überkam uns die Müdigkeit und es verabschiedete sich ab und zu einer in schaukelnde Träume.
Daß der Scheibenwischer nicht mehr funktionierte und das bei strömenden Regen mitten in der Pampa war
Aufregung und Unsicherheit PUR.
Unser Elektriker Frank rettete diese Situation mit seinem Technikwissen. UNSER HELD!
Der Höhepunkt unserer Anreise war der Grenzübergang von Moldawien in der Ukraine. Die Genossen haben
unseren Bus nicht überfahren lassen weil ein Papier, sprich, die Zulassung, fehlte. Nach endlosem Verhandeln
und Diskutieren führte dennoch kein Weg mit diesem Mobil über die Grenze. Also: Alle aussteigen und laufen!!!
Sind Sie schon einmal mitten in der Nacht über eine scharf bewachte Grenze im absoluten Dunkeln mit
komplettem Gepäck gelaufen und haben 20 m nach dieser auf einer Straße im Nirgendwo ohne eine Möglichkeit
des Weiterkommens gestanden? Wir ja.
Wir werden es niemals vergessen. Nun können wir die Gedanken und Gefühle unserer Großeltern
nachempfinden, die damals auch auf dem Weg ins Ungewisse waren.
Aber dank unserer Reiseleitung war doch ein Ankommen in unserem Hotel möglich. Dank auch den Fahren, die
uns in kleinen Gruppen nach und nach bis ca. 5 Uhr früh durch die Dunkelheit fuhren. Ein großer Dank auch an
Svetlana und ihrem Team, die uns, egal wann wir ankamen, mit Brot, Salz und Wein begrüßten. Sogar warmes
Abendessen gab es anschließend. Wahnsinn!!
Nach dieser Anfahrt hatte sich jeder eine Bettruhe verdient.
Den Samstag gingen alle ganz ruhig an. Wir bekamen ein Super Frühstück und sahen uns bei einem
ausgiebigen Spaziergang unseren Quartierort Tarutino an. Einige waren nicht das erste Mal dort. Wir hatten
sozusagen unsere eigenen Reiseführer im Gepäck.
Schon bei diesem Spaziergang hatten wir das Gefühl daß bei manchen Häusern die Zeit stehen geblieben ist.
Wie auf den Bildern von Früher. Häuser halb zerfallen, hellblaue Farbe übertünchte manch unschöne Stellen, Mit
Wein berankte Eingänge zum Hof, Gänse vor der Tür, das Kalb vor das Grundstück angebunden frißt das hohe
Gras. Auch eine Möglichkeit es nicht, wenn auch nur mit der Sense, abzumähen.
Ab dem frühen Abend war Unterhaltung angesagt. Die Folkloregruppe aus Krasna gab Moldawische und
Ukrainische Weisen zum Besten. Herr Becker von Becker-Reisen war auch mit in unserer Reisetruppe und da
er nie ohne seine kleine Trompete und einem Stapel Singbücher aus dem Haus geht, haben wir sehr viele
bessarabische und deutsche Lieder gesungen. Ich glaube, ich selber habe in dieser einen Woche so viel
gesungen, wie in 10 Jahren davor nicht zusammen.
Der Abend war herrlich. Es gab Gegrilltes, Salate und viel, viel Wein und Bier.
Nachdem wir uns alle regeneriert hatten ging es am Sonntag auf zu unserer ersten gemeinsamen Fahrt. Es ging
nach Wulkowo, dem Venedig Bessarabiens. Samt Stadt-Führung und Marktbesuch. Achso: mit einem etwas
größeren, bequemeren Bus, in dem alle Platz hatten. Es ging weiter mit dem Boot auf der wunderschönen
blauen (grau-grünen) Donau. Natürlich durfte das Nationalgetränk Wein unserer Ahnen nicht fehlen.
Auch beim Mittagessen an, ich glaube, einem der schönsten Orte dieser Reise, gab es reichlich Wein. Dazu
lecker Fisch und viele Beilagen. Unsere Gastgeberin tischte auf, was das Zeug hält. Das direkt an der Donau in
einer herrlichen überdachten Holzterrasse.
Zum 0-Punkt der Donau ging es anschließend. Dort fließt, im Schwarzwald in Deutschland entspringend, nach
2845 km dieser längste Strom Europas in das Schwarze Meer. Und das auf einer Meereshöhe von 0. Deshalb,
der 0-Punkt.
Ist es nicht bemerkenswert, wie dieser Fluß unsere beiden Länder, Deutschland und Bessarabien (Ukraine) über
eine sehr, sehr lange Entfernung miteinander verbindet? Viele von unseren Wanderern sind ja damals über die
Donau ein- und ausgewandert. Es war also ein gefühlvolles Erlebnis, an vielleicht einem Punkt zu stehen, an
dem vor vielen, vielen Jahren eventuell ein Vorfahre auch von Ihnen gestanden hat. Dieser Punkt ist mit einer
großen Null für alle Besucher gekennzeichnet. Wenn man durch diese 0 hindurch klettert, darf man sich was
wünschen. Leider stand damals dieses Zeichen noch nicht. Ich hätte gewußt, was sich unsere Väter gewünscht
hätten. Die Fotoapparate liefen heiß. Alle genossen diesen geografisch wichtigen Punkt. Und natürlich auch ein
Fußbad im Schwarzen Meer. Übrigens: unsere Füße waren hinterher nicht schwarz, nur naß!
Nach einer wunderschönen Rückfahrt genossen wir wieder einen geselligen Abend mit Ukrainischen und
deutschen Volksliedern vom Akkordeon und Trompete sowie viel Flüssigkeiten. Ein Geburtstagskind, unsere
Rosi, hatten wir auch noch, welches mit einem Ständchen, einem Gedicht auf Deutsch und viel Torte überrascht
wurde. Unserer Hotelchefin hatte einen kleinen Engel vom Himmel kommen lassen, welcher seit der 2. Klasse
deutsch lernt.
Wir waren eine richtig tolle Truppe. Das hat man bestimmt nicht bei jeder Fahrt. Es gab laut Plan 3 tolle geplante
Fahrten und 2 Tage, die jeder selber für sich verplanen kann. Man hatte die Möglichkeit sich ein Taxi, einen
Fahrer und einen Dolmetscher zu bestellen bei unserer Reiseleitung. Denn jeder hatte ja eigene Wünsche, die er
sich erfüllen wollte.
Mit einem Jeep ging es nach Teplitz, wo die Vorfahren unserer Rosi lebten. Unsere Dolmetscherin, 83 Jahre,
führte uns zum Bürgermeister und nach vielem hin und her fuhr er vor uns her, zu dem Grundstück, an dem einst
das Haus stand. Natürlich mußte eine Handvoll Heimaterde mit nach Hause genommen werden. Auf dem
Friedhof von Tarutino fand Rosi auch noch einige Grabsteine, die zu Ihrer Familie gehörten. Diese Friedhöfe sind
in einem verwahrlosten Zustand. Grabsteine liegen um, das Unkraut hüfthoch und kaum ein Durchkommen. Wie
sollte es auch anders sein. Wenn niemand mehr dort lebt und es sind ja mittlerweile auch 60 Jahre vergangen.
Man darf froh sein, wenn überhaupt noch ein deutscher Friedhof existiert und man dann auch noch fündig wird.
Weiter ging es ins einstige Heimatdorf von Frank, nach Maraslienfeld, welches ziemlich tief im Süden , nahe des
Liman liegt. Wenn unser Fahrer uns nicht noch das Maraslienfeld, welches weit im Osten Bessarabiens liegt,
hätte zeigen wollen, (leider nur weil er viel zu wenig Ortskenntnisse hatte und sich ständig verfahren hatte)
hätten wir nie so wunderbare Schlagloch versetzte Straßen kennengelernt. Mit 120 h/km über die Piste. „Nur
Fliegen ist schöner.“ Aber was nimmt man nicht alles in Kauf um sich in der Vergangenheit umzusehen und dem
Vater aktuelle Fotos vom Elternhaus zeigen zu können.
Unsere Dolmetscherin sagte nach bestimmt 3 Stunden Fahrt.“ Gott sei Dank, wir sind schon da!“Mit einem Mal
kamen einige Dorfbewohner und zeigten uns gleich das Haus, das sie laut einem mitgebrachten Foto erkannten.
Wenn man dann vor dem Haus steht, in dem der Vater geboren ist, er oft Erinnerungen nachhing und
Geschichten erzählte, dann bleibt einem gar nichts übrig als Gänsehaut zu bekommen. Heimat ! Sehnsucht!
Wahnsinn!
Dieses Erlebnis wünscht man jedem einmal, der sich für die Geschichte seiner Familie interessiert. Besonders
wenn diese durch Kriegswirren so einen weiten und gefährlichen Weg zurückgelegt hat und man selber durch
Erzählungen so eine Verbundenheit mit diesem Land verspürt.
Wir haben uns gründlich umgesehen und sind auf dem Acker, welcher auch heute noch bearbeitet ist, gelaufen.
Diese Erde, so schwarz, so weich, wie Watte. Kein Wunder, dass der Zar damals dieses Stück Erde (
Bessarabien) bearbeiten ließ. Es ist so fruchtbar, so ein besonderes Klima. Wo sonst wachsen so tolle
Weintrauben und Harbusen( Melonen). Eben diese Früchte hatte es in den Erzählungen unser Eltern und
Großeltern immer gegeben. Sie sind ein Stück Heimatgefühl.
Zum Abschluss dieses denkwürdigen und erlebnisreichen Tages baten wir unseren Fahrer noch uns ans
Schwarze Meer zu fahren. Es war lau Luftlinie nicht weit weg, dauerte aber dann doch noch einige Zeit.
Im strömenden Regen sind wir über eine Holzbrücke, über eine Bucht, über eine Düne zum Meer gelaufen.
Unter unseren Füßen Muscheln, im Gesicht warmen Regen und im Herzen Freude und Erfüllung. So standen wir
und genossen diesen Augenblick. Auch wenn wir längst Oma und Opa sind werden wir unseren Kindern von der
bewegenden Vergangenheit unserer Ahnen und unseren Erlebnissen auf deren Spuren erzählen.
Am Dienstag, den 18. Mai waren wir wieder in der Gruppe unterwegs. Für mich ein besonderer Tag. Denn wir
fuhren nach Arzis. Besuchten den Markt, auf dem mein Opa immer Pferde, Kühe, Fleisch und alles verkaufte,
was es zu verkaufen gab. Ein merkwürdiges Gefühl den Ort zu betreten, an dem mein Opa auch seine
Fußspuren hinterlassen hat und sehr viel seiner damaligen Tätigkeit, dem handeln mit allem, was ihm die Leute
anvertrauten verbrachte.
Die restliche Zeit war er Bauer, Schlächter (Fleischer). Besonders wenn man an Hühnerküken und kleinen Enten
vorbei geht und sich fast ein Jahrhundert zurück versetzt fühlt. Ob Knoblich (Knoblauch), eingelegte Tomaten
oder Pfeffer
( Paprika). Wie bei meiner Oma zu Hause. Erinnerung PUR! Auch in dem Ort Arzis, wie übrigens in allen Orten
das gleiche Bild. Mal gepflegte, mal zerfallende Häuser. Gänse mit ihren Küken, Hühner, viele Hunde und
Kälber vor den Grundstücken. Unterwegs begegneten uns immer wieder ganze Herden von Kühen oder
Schafen. Manchmal sogar gemischt. Diese wurden morgens von ihren Besitzern zum Treffpunkt gebracht,
wurden den ganzen Tag vom Hirten gehütet und zum Abend zurückgebracht.
Die Fahrt ging weiter nach Akkermann. Der größten Stadt Bessarabiens und wohl auch bedeutendsten Hafen-
und Handelsstadt seit den Römern. Der Markt ist bedeutend größer als in Arzis und in einer Stunde nicht zu
schaffen. Aber es gibt einfach alles, was man braucht. Und davon reichlich. Stellen Sie sich vor. Es gab
Mittagessen in einer deutschen Raststätte mit Schnitzel und Pommes. Die nächste Station unserer Reise war die
Festung Akkermann. Diese wurde so lange sie existiert noch nie von Fremden eingenommen. Kunststück wenn
man direkt am Meer liegt und 5 Meter dicke Wände hat. Der Ausblick auf den Liman (eine vom Schwarzen Meer
große überflutete Flach Landschaft)war Atemberaubend. Einfach nur schön.
Noch Schöner aber war der Besuch der Touristenstadt Sergeewka. Eine Uferpromenade und ein 18 km langer
feiner Sandstrand machen diesen Ort zum beliebtesten Urlaubsort der Ukraine.
Natürlich durfte ein Fußbad nicht fehlen. Wir schrieben (wenn auch nur für kurze Zeit erhalten) unsere Grüße in
den Sand und tanzten deutschen Walzer am Ukrainischen Strand.
Total verrückt! Aber wunderschön und unvergessen!
Solche Momente sind die wahren Freuden des Lebens und jedem recht Zahlreich zu wünschen.
Auch an diesem Tag hatten wir ein Geburtstagskind unter uns. Unserem Dietmar wurde ebenfalls ein kleines
Gedicht von der Kleinen überbracht. Torte, Wein, Musik. Alles stimmte und war reichlich vorhanden. Später
erzählte er mir, dass es einer der schönsten Geburtstage war, die er bisher hatte. Welch ein Lob an unsere
Truppe. Feiern konnten wir wirklich gut.
Am nächsten Tag, dem Mittwoch, war Action angesagt. Jeder wurde vorgewarnt, dass die Fahrt nach
Furmuschika ein Abenteuer werden kann. Eigentlich war diese Fahrt schon am Vortag geplant. Da es aber
abends regnete haben wir es vorsichtshalber verschoben. Sie werden noch erfahren warum. Auf dem Weg
dorthin fuhren wir durch den Ort meiner Großeltern, Klöstitz. Für mich ein aufregendes Gefühl Es liegt etwas im
Tal und als wir auf den Ort heruntersahen mußten wir eine Fotopause einlegen. Extra für mich. Danke Frank!
Aber wir fuhren durch. In Richtung der ehemaligen Dörfer Hoffnungstal und Furmuschika. Sie haben bestimmt
noch nie so einen Weg befahren, bei dem der Bus von links nach rechts rutscht, kaum den kleinen Hügel hinauf
kommt und die schwarze Erde nur so herumfliegt. Es ist ein Abenteuer das seines Gleichen sucht. Für den Fall,
dass wir es nicht geschafft hätten, stand ein Panzer bereit, der wohl regelmäßig Besucher abschleppen mußte.
Denn das dicke Stahlseil wurde erst gar nicht entfernt. Das Dorf Furmuschika ist ein bewundernswertes
Gelände, auf dem ein Sohn das Haus seines Vaters nachbaute. Original. Denn als der Vater dieses betrat,
kannte er sich sofort aus. Wußte genau wo sich was befindet. Daraus entstand ein kleines Dorf, in den man ein
deutsches, ein moldawisches, ein jüdisches, ein Gaugasisches u.v.m. besichtigen kann. Wir sahen uns das
moldawische Haus von innen an und fühlten uns 70 Jahre zurückversetzt. Muß man sich ansehen. Einfach
ergreifend.
Dazu ein Museum mit Wohnungseinrichtungen und Werkzeugen. Absolut bemerkenswert.
Das ist natürlich nicht alles. Es ist eigentlich ein Schaffarm mit ca. 22000 Tieren. Zahl steigend und mit
zunehmend internationaler Bedeutung.
Aber nach dem Museumsbesuch haben wir uns erst einmal gestärkt. Mit Wein natürlich. In einem sehr schönen
Weinkeller. Und das Mittagessen in der „Gaststätte „dort war der Wahnsinn.
Haben Sie schon einmal Fasanensuppe und Schafsfleisch mit Maslena, Polenta, richtig leckeren Schafskäse
und Krautsalat gegessen? MHHHHH….. Lecker! Natürlich gab es übermäßig zu trinken. Wein, Sake, Saft …
Alles war aufgetischt wie es nur gastfreundliche Leute tun. Dafür auch ein riesengroßes DANKE!
Auf dem Heimweg hielten wir in Klöstitz und ich besuchte die Straße, an der das Haus meiner Großeltern stand.
Da ich von Bekannten und von Google Earth wußte, dass es nicht mehr steht, war ich nicht enttäuscht, als dort
ein einzig großes Weinfeld war. Eingezäunt. Leider nicht zu betreten. Aber die Fotos von den noch existierenden
Häusern wecken noch heute Erinnerungen bei meiner Mutter. Die ganze Atmosphäre, die Gänse auf der Straße,
die alten Leute, die auf der Bank vor dem Zaun sitzen….mit dem Tiechle (Kopftuch). Wie früher….
Ich werde diese Momente nie vergessen. Daß ich diese Straße entlang gegangen bin, auf der auch damals
meine Mutter als Kind spielte, mein Opa mit dem Pferdewagen fuhr, meine Oma die Gänse hütete, Ich bin
einfach nur glücklich diese Erfahrung gemacht zu haben.
Ein sehr schöner Abschluß dieses Tages war ein Konzert in der Kirche in Sarata. Es spielten extra für uns 3
Studenten aus Odessa deutsche und internationale klassische Musik.
Ein kleines Zusatzkonzert gab Herr Becker mit seiner Trompete.
Übrigens, diese Trompete weckte uns jeden Morgen um 8 Uhr mit einem Lied, das er draußen vor dem Hotel für
alle gut hörbar blies. So begann der Tag schwungvoll und mit guter Laune. Auch dafür Danke Herr Becker.
Der letzte Tag, der Donnerstag war wieder zu unserer freien Verfügung. Rosi, Frank und ich, wir 3 aus dem
Rathenower/ Brandenburger Raum haben uns Fahrräder ausgeliehen, die edle Spender für dieses Hotel
bezahlten. Nach einer kurzen Tour durch den Ort Tarutino aßen wir zum letzten Mal in dieser schönen alten
Heimat zu Mittag. Borscht, Super gut ! Frank genoß jeden Löffel.
Etwas entspannen, kurz ausruhen, Koffer packen, bevor es dann um 19 Uhr wieder Richtung Bukarest ging. Die
Fahrt dorthin ging recht reibungslos. Alle schwelgten in Erinnerungen, in Erlebnissen, in Träumen.
Selbst die Grenzübergänge waren human, abgesehen von den Kontrollen einiger Koffer. Nicht zu vergleichen mit
der Anreise. Wahrscheinlich auch deshalb, weil wir vor Fahrtantritt den Scheibenwischer und die
Fahrzeugpapiere kontrollierten.
Am Flughafen angekommen mußten einige noch umpacken. Die leichte Erde Bessarabiens wurde doch für
einige Koffer zum Übergewicht.
Als wir wohlbehalten in Dortmund landeten waren unsere Herzen sehr schwer und unsere Gedanken noch in
Bessarabien. Diese Reise war eine der erlebnisreichsten und schönsten die ich je erlebt habe. Diese Reise war
auch für mich die Erfüllung meines ganz persönlichen Wunsches die zahlreichen Erzählungen und Geschichten
meiner Oma hautnah erleben und fühlen zu können.
Allen die mit diesem Gedanken spielen, sich die frühere Heimat anzusehen sage ich: machen Sie es. Reisen Sie
dort hin. Sehen Sie selbst. Fühlen Sie selbst. Empfinden Sie selbst. Es wird Sie bereichern!
Für mich ( uns) jedenfalls war es nicht die letzte Reise in die Vergangenheit!
Wir kommen wieder!
Im Namen von Frank Netzer, Rosi Wolter und mir
Dagmar Schubert
Rathenow im geschichtsträchtigsten Monat des Jahres 2010
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